#DBW2015 Österreich misst seinen Blutzucker

Auch dieses Jahr mache ich selbstverständlich wieder bei der #DWB2015, der Diabetes Blog Woche mit. Eine Woche lang gibt es auf den teilnehmenden Blogs allerlei Blog-Posts zu vorgegebenen Themen zu lesen.
Heute Mittwoch: Österreich misst seinen Blutzucker.


deutschland-misst
Heute geht es um Eskapaden, um ungewöhnliche Orte an dem ich gemessen habe, um “Mess-Unfälle” und um lustige  Situationen beim Blutzucker-Check.

Ich habe laaaange nachgedacht. Ich messe ja wirklich überall, ohne Scheu in der Öffentlichkeit, in der U-Bahn, im Konzert oder bei Firmenfeiern. Das ist für mich ganz normal und eigentlich aus meiner Sicht keinen Blog-Post wert!

Aber dann ist es mir eingefallen! Es war am 18.7.2014 nachmittags. Es war im LKH Tulln. Es war bei der Geburt meiner Tochter Hanna.

Wir waren vormittags noch einkaufen und viel unterwegs. Und als wir dann zuhause ankamen meinte meine bessere Hälfte dann plötzlich: „Du, ich glaube wir sollten ins Krankenhaus gehen…!“ Ich habe den Notfallplan gestartet, die Oma angerufen, damit sie herkommt, um auf Emma aufzupassen.

Und irgendwann – gar nicht so lange danach – waren wir dann im Kreißsaal. Einem Ort, an dem sich jeder Mann – und sei er noch so cool, maskulin und stark – vorkommt, wie ein kleines, verschrecktes Kind, das zum ersten Mal in den Kindergarten kommt. Das Kind weiß zwar, was im Kindergarten geschieht, es hat aber keine Ahnung, wie es genau sein wird. Und genau so würde ich auch das Gefühl des Mannes beschreiben, wenn er den Kreißsaal betritt: Er weiß was in diesen Raum in etwa geschehen wird, er hat aber keine Vorstellung davon, was tatsächlich auf ihn zukommt.

Und wir Männer leiden ja bei einem Schnupfen oft schon mal Höllenqualen… Deswegen hatten wir einen Deal: Ich bleibe solange ich möchte bzw. es aushalte. Dann sollte ich einfach rausgehen, um zu vermeiden, dass ich umkippe und das Personal den kleinen Kindergarten-Maxi verarzten muss anstatt sich um die Gebärende zu kümmern…

Auf der anderen Seite wollte ich natürlich um jeden Preis, die Geburt live miterleben. Das heißt aber automatisch, dass ich einfach „funktionieren“ musste, um niemanden zur Last zu fallen, heißt wiederum: der Zucker muss passen. Um jeden Preis.

Einige Stunden danach: Die Geburt war in vollem Gange. Ich hatte schon einen ganz blauen Unterarm vom festen Zupacken meiner besseren Hälfte Kristin, als ich plötzlich das Gefühl eines seeeehr hohen Blutzuckers wahrgenommen hatte. Ok, vielleicht hätte ich mich bei einer Pinkelpause in einer Wehenpause doch nicht mit zig Mars-Riegeln eindecken sollen und 3 davon auf dem kurzen Weg zurück ins Kreißzimmer in mich hineinstopfen sollen. Dazu noch die Aufregung, das Adrenalin… Mein Zucker war hoch. Aber wie hoch?

Ich habe mich aus der Umklammerung gelöst, bin zu meinem Rucksack und habe im Kreißsaal, während meine Frau unter Schmerzen unseren Tochter auf die Welt gebracht hat, in einer Seelenruhe, dagestanden und habe den Blutzucker gemessen. Die blöden Blicke von Ärzten und Hebammen habe ich ignoriert.

Eigentlich eine ziemliche Arschloch-Aktion…

Und um das fertig zu erzählen: Das Kind war bzw. ist noch immer pumperlgsund, heißt Hanna und lernt grade gehen. „Papa“ und „Mama“ kann sie schon sagen und sie hält uns zusammen mit ihrer Schwester ziemlich auf Trab.

Und oft wünsche ich mir nun diese „Seelenruhe“ aus dem Kreißsaal zurück, wenn die Kinder wieder einmal etwas fordernd sind und einen Plan, den sich Kristin und ich in unserer Erwachsenen-Welt zurecht gelegt haben, mit einem Grinsen im Gesicht zunichte machen! 😉

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