Radsport

Radsport: Je länger, desto besser…

Leider habe ich viel zu spät mit dem Radsport begonnen. Deswegen wird auch kein Profi mehr aus mir. Vielmehr habe ich meine Leidenschaft im Langstrecken-Radsport gefunden.

Dieser ist oft nicht nur mental eine Herausforderung, sondern auch für meinen Diabetes. Sitzt man 12 oder mehr Stunden im Sattel, sollte man nicht nur den Diabetes sehr gut im Griff haben, man sollte auch genau die Warnhinweise des eigenen Körpers erkennen können und entsprechend reagieren können.

Mit dem regelmäßigen Training habe ich erst richtig gelernt, wie mein Körper funktioniert und welche Auswirkungen bestimmte sportliche Aktivitäten auf den Stoffwechsel haben.

Ich fahre am liebsten sogenannte Brevets. Eine Erklärung dieser Begriffe gib es hier im Anschluß. Wenn Sie auch gerne mal 200km oder mehr im Sattel sitzen möchten, eine kurze Nachricht reicht und schon kanns losgehen!

Wer und was sind Randonneure, Randonneurs – Vereinigungen und Brevets?

Der Begriff Randonneure im Zusammenhang mit dem Radsport und Langstreckenveranstaltungen war vor einiger Zeit in Österreich eigentlich nur Insidern und einigen Teilnehmern an Randonneursverantaltungen (200km, 300km, 400km, 600km, 1.000km und 1.200km Brevets) bekannt.

Erst in den letzten Jahren, insbesondere durch die Teilnahme von Österreichern an  der so genannten Olympiade für Langstreckenfahrer, dem berühmten PARIS – BREST – PARIS (1.200 km) und die dafür notwendige Qualifikation in Form der Absolvierung der vier Brevets (200 km – 600km), wurde der Begriff Randonneure und der ursprüngliche Sinn von Brevets in unserem schönen Alpen- und Seenland besser verstanden und angenommen.

Audax Randonneurs ist eine andere Art Radsport zu betreiben. Hier geht es nicht unbedingt um Wettrennen mit Ergebnisliste gegeneinander, sondern um die Bewältigung von Langdistanzen nach dem Reglement vom ACP (Audaux Club Parisien) bzw. BRM (Brevets Randonneurs Mondiaux).

Entstehung

Seit dem Jahre 1921 werden in Frankreich vom ACP die Fahrradtouren bzw. Brevets mit 200, 300, 400, 600 und 1.000 Km Länge veranstaltet. Diese Brevets müssen in einer bestimmten Zeit und nach einem vorgegebenen Routenplan gefahren werden. Außerdem wird vom ACP seit 1931 die Langstreckentour Paris-Brest-Paris, kurz PBP genannt, mit 1.200 km und ca. 10.000 Höhenmeter durchgeführt. Leider findet diese Veranstaltung nur aller 4 Jahre statt, zuletzt im Jahre 2011.

Im Jahre 1983 wurde von ACP die Vereinigung BREVETS RANDONNEURS MONDIAUX (BRM) mit dem Ziel, allen dazugehörenden Mitgliedsländern die Veranstaltung von Brevets nach den Regeln von ACP und BRM zu ermöglichen.

Der Randonneurssport breitete sich folglich auf internationaler Ebene unter Brevets Randonneurs Mondiaux aus. Zwischenzeitlich gibt es weltweit mehr als 50 Mitgliedsstaaten, die nach den Regelen von ACP und BRM  jährlich die Brevetserie (200 – 600 km), manche Länder auch zusätzlich einen 1000 km Brevet, organisieren.

Es entstanden in verschieden Ländern dieser Welt auch zusätzliche 1.200 km Langstreckentouren/rennen, die bei weitem nicht  die Teilnehmerzahl und die Beliebtheit von PBP erlangten. Immerhin waren beim letzten PBP über 5.700 Starter angemeldet.

Im Gegensatz zu unseren deutschen Nachbarn, wo fast in jedem Bundesland Brevets veranstaltet werden, ist  bei uns in Österreich die Ausübung des Randonneursradsportes vergleichsweise eher gering. Jedoch seit dem Jahre 2007 ist erfreulicherweise ein Aufwärtstrend zu verzeichnen.

Österreich ist seit dem Jahre 1994 Mitglied unter dem Namen Randonneurs Autriche (RAUT). Seit diesem Zeitpunkt wurden die Brevets vom österreichischem Präsidenten, dem Wiener Klaus Bäumel als Veranstalter, mit Start und Ziel in Wien/Auhof jährlich ausgetragen. Man ist dadurch die Verpflichtung eingegangen, einerseits jährlich einen geringen Mitgliedsbeitrag an den ACP abzuführen, sowie regelmäßig Brevets nach den BRM Regeln zu organisieren. Im Jahr 2007 übergab Klaus Bäumel die Präsidentschaft an Ferdinand JUNG, dem Brevetveranstalter aus Ansfelden, der seit dem Jahre 1999 der Randonneursszene angehört, ab.

Das bedeutenste Ziel aller Randonneure ist die Teilnahme am Langstreckenmarathon Paris-Brest-Paris, der als Qualifikation die Absolvierung aller vier Brevets im Veranstaltungsjahr voraussetzt. Jedenfalls wer vom Randonneurfieber angesteckt wurde und die jährlich erworbenen Medaillen und Urkunden zu Hause hängen hat, der wird immer wieder sehnsüchtig das Frühjahr herbeisehnen, um am Eröffnungsbrevet Distanz 200 km teilnehmen zu können.

Das schöne daran ist, dass man immer wieder Gleichgesinnte trifft, sich zusammen tut um eine Distanz gemeinsam zu bewältigen, sich meist auch gegenseitig unterstützt, weil es eben keine Rennveranstaltung ist, wo man die anderen Teilnehmer als Konkurrenten sieht. Es entstehen Freundschaften und auch gelegentlich Treffen. Insbesondere nach der Teilnahme an Paris-Brest-Paris, wo dann jeder seine Erlebnisse mitteilt. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch auf ein von Reinhard Schröder verfasstes Buch  über die Paris-Brest-Paris Teilnahme im Jahre 1999, hinweisen. Wo er auch über die Qualifikationsbrevets von Österreich im Jahr 1999 berichtet. (Das Buch kann auch gerne bei mir ausgeliehen werden!)

Der Unterschied zu den Marathons ist auch, dass es sich um keine Massenveranstaltung mit Labestellen handelt. Jeder Brevetteilnehmer bekommt am Start eine Brevetkarte, in welcher die Kontrollstellen vermerkt sind. Meist sind es Tankstellen, wo man auch Verpflegung kaufen kann. An den vorgeschriebenen Kontrollstellen ist die Brevetkarte abzustempeln, sowie Datum und Uhrzeit einzutragen.

Um die Brevets aufzuwerten gibt es bei den Brevetveranstaltungen in Österreich zumindest eine Labestelle und im Ziel ein Essen (meist Spaghetti und Kuchen als Nachtisch).