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Garmin Vivofit im Test

Garmin ist vielen sicher ein Begriff, wenn es um Navigation geht. Viele haben ein Garmin Navi im Auto oder vielleicht sogar am Segelboot.

Ich persönlich verwende Garmin Produkte beim Laufen und beim Radfahren. Aber die Firma ist auch am Wearable – Markt tätig und so teste ich seit kurzem einen Garmin Vivofit Aktivitätstracker.

Das Garmin Vivofit wiegt gerade mal 25,5 Gramm und ist etwa einen Zentimeter dick. Es besteht aus zwei Elementen: einem austauschbaren Polyurethan-Armband (in zwei Längen mitgeliefert, in fünf Farben erhältlich) und dem eigentlichen Chip (2,5 mal 10 Millimeter groß) mit E-Ink-Display. Diese Art Display gibt es auch in eBook-Readern. Zum Ablesen der Anzeige müssen Sie kein Knöpfchen drücken, denn die E-Ink-Anzeige ist immer aktiv. Sie leuchtet nicht selbst, und eine stromfressende Beleuchtung gibt es auch nicht. Mit dem einzigen Knopf auf der Oberseite wechseln Sie zwischen verschiedenen Anzeigen: So haben Sie etwa die aktuelle Uhrzeit und das Datum immer im Blick. Mit der zugehörigen App Garmin Connect wählen Sie aus, welche Daten Sie mit dem Armband anzeigen lassen wollen: Schritte zum Erreichen des Fitnessziels, zurückgelegte Kilometer, verbrauchte Kalorien, die Uhrzeit und das Datum. Mit optionalem Brustgurt (funkt mit ANT+-Technik) können Sie auf dem Band auch Ihren Puls verfolgen. Einen GPS-Chip hat das Vivofit nicht.

Die zweite große Überraschung: Das Vivofit kommt mit den eingebauten Lithium-Knopfzellen (CR1632, zirka zwei Euro pro Stück) laut Garmin ein ganzes Jahr aus. Also: Kein Akku-Laden alle paar Tage, so wie es bei anderen Fitness-Armbändern nötig ist.

Das Einrichten des Bandes geht per Garmin Connect App schnell über die Bühne. Zur Verbindungsaufnahme mit dem Smartphone schalten Sie Bluetooth ein. Wermutstropfen: Das Smartphone muss das Stromspar-Bluetooth 4.0 an Bord haben. Das haben derzeit nur iPhones ab dem 4s und neuere Android-Smartphones wie das Galaxy S4. Beim Koppeln bestätigen Sie auf dem Smartphone die Nummer, die das Band anzeigt. In der App tragen Sie einige persönliche Eckdaten ein, die zum Berechnen Ihrer Werte nötig sind. Etwa Ihr Geschlecht, das Alter sowie Größe, Gewicht und Ihr Aktivitätsniveau.

Mit dem Band sammeln Sie die Bewegungsdaten über den Tag. Dabei lässt sich das Vivofit durch Schütteln der Hand genauso übers Ohr hauen wie alle anderen Tracker. Es verzählt sich zudem ab und an und kann aufgrund fehlender Eingabemöglichkeit für die mittlere Schrittlänge auch die zurückgelegten Kilometer nur schätzen – mehr schlecht als recht. Spätestens nach einem Monat ist der Speicher des Bandes voll, und Sie sollten die Daten spätestens dann aufs Handy oder auf den PC überspielen. Beim iPhone funktionierte die Übertragung von Daten zwischen dem Vivofit und dem Smartphone in der näheren Umgebung gut – doch ab und zu braucht man mehrere Versuche, bis die App alle Daten eines Tages synchronisiert hat. Anders als bei anderen Bändern müssen Sie zum Anstoßen der Synchronisation erst einmal länger auf den einzigen Knopf des Vivofit drücken, bis es „Sync“ anzeigt. Die App zeigt anschließend per Ladebalken den Fortschritt an. Für die Verbindung zum PC sorgt ein USB-Bluetooth-Stift. Die Daten des Armbandes können Sie auf der gerade umgestalteten Garmin Connect Seite mit denen anderer Geräte – zum Beispiel Ihres Wander-Navis oder einer Garmin-Sportuhr – zusammenführen. Dort lassen sich unter anderem auch Golfrunden und Ihr Schwimmtraining festhalten. Apropos Schwimmtraining: Das Vivofit ist laut Garmin bis zu 50 Meter Wassertiefe dicht.

Das Vivofit warnt unübersehbar, wenn Sie sich zu lange nicht bewegen. Dann erscheint über den Zahlenfeldern ein roter Balken. Spätestens jetzt sollten Sie aufstehen. Anders als andere Fitness-Tracker zeigt das Vivofit außer der Zahl der getanen Schritte auch einen Countdown zum Erreichen des Tagesziels. Das schlägt das Vivofit übrigens nach dem Einrichten mit Hilfe der App oder am PC vor. Wer normalerweise eher sitzende Tätigkeiten verrichtet und wenig sportlich ist, erhält weniger hochgesteckte Ziele. So reichen für Männer im mittleren Alter schon um die 7.500 Schritte.  Gut auch: Das Ziel passt sich Ihnen nach und nach an.

Das Garmin Vivofit beeindruckt mit langer Batterielaufzeit, seinem E-Ink-Display und der Pulsuhr (mit optionalenm Gurt). Es lässt sich auch ohne große Fitnessambitionen als schlichte und unaufdringliche Uhr tragen. Es ist – wie alle Fitnesstracker – allerdings nicht sehr genau, setzt aber vernünftige Bewegungsziele und motiviert dezent.

Gerade für Diabetiker, die ihren Alltag etwas sportlicher gestalten möchten, ist das 91 Euro teure Vivofit sicher eine überlegenswerte Motivationshilfe!

Mich hat es sogar nach einem harten Lauftraining motiviert, in der U-Bahn die Stiegen hinauf zu laufen und zu schauen, wie viele Schritte man schon geschafft hat!

Testbericht teilweise übernommen von http://www.computerbild.de/artikel/cb-Tests-PC-Hardware-Garmin-Vivofit-9788648.html