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#mylifeDN Software, Apps und Daten

Spät, aber doch möchte ich Euch vom 4. Treffen des MyLife Diabetes Networks (#mylifeDN) vom 11.-13. März 2016 in Rotterdam berichten. Das Wochenende stand ganz im Zeichen des Themas „Software“. Was muss so eine Diabetes-Software können, was erwarten wir uns? Und ist das, was wir uns erwarten überhaupt realisierbar? Das sind nur einige Fragen, die wir in Rotterdam eingehend diskutiert haben. #mylifeDN Software, Apps und Daten weiterlesen

#mylifeDN – MyLife Unio im Test

Blutzuckermessgeräte gibt es ja wie Sand am Meer und alle haben mehr oder weniger die gleichen Funktionen.

Was meiner Meinung nach gerade für junge Typ 1er enorm wichtig ist: Das Messgerät darf nicht wie ein medizinisches Gerät aussehen. Es muss klein und handlich sein und in der kleinsten Tasche Platz finden.

Die Schweizer Firma MyLife Diabetescare (Ypsomed) hat hier ein wirklich cooles Messgerät im Sortiment: Das MyLife Unio!

Packt man das Gerät aus, fällt einem sofort das coole Design und die ansprechende Farbgebung ins Auge. Vorbei die Zeiten, als Messgeräte in Prothesenweiss gehalten waren. Das Unio kommt im schwarzen Klavierlack und wirkt sehr hochwertig.

Die Grundeinstellungen sind schnell gemacht und die erste Messung kann gemacht werden. Beim Unio wird der Messstreifen  von oben in das Gerät eingeführt. Es muss aber angemerkt ist, dass dieser Streifen im Vergleich zu anderen Systemen wirklich groß und klobig ist. Das kann aber wiederum ein Vorteil für ältere Personen sein, die sich bei der Handhabung von ganz kleinen Teststreifen schon etwas schwerer tun!

Die mitgelieferte Stechhilfe „MyLife Auto Lance“ war in meinen 30 Jahren als Diabetiker, die erste Stechhilfe, die sich mir nicht selbst erklärt hat. Hat man den Dreh aber mal geschnallt, ist das System eine coole Sache. Ich verwende  es gerne, weil es im Büro völlig in der Hemdtasche verschwindet und auch beim Radfahren im Trikot gut Platz findet!

Interessant ist, dass man beim Auftragen des Blutes auf den Teststreifen zusehen kann, wie das Blut in den Teststreifen gesogen wird. Nach 5 Sekunden ist das Testergebnis verfügbar.

Danach muss das Ergebnis editiert werden, wie zB vor/nach dem essen, Sport, Krankheit etc. Ein Abschalten dieser Funktion ist leider nicht möglich.

Ein Übertragen der Testergebnisse via Mini-USB-Kabel (das nicht mit dabei ist) in die Diabass-Software hat bei mir völlig problemlos funktioniert.

Von der Haptik her kommen mir die Tasten etwas hakelig vor. Das Display ist auch bei heller Umgebung sehr gut zu abzulesen und trotz der kleinen Abmessungen des Displays ist alles gut zu erkennen. Hier eindeutig: Daumen hoch.

Das Unio tut das, was es soll: Blutzuckermessen messen. Es sieht schick aus und ist beim schnellen hinsehen nicht als medizinisches Gerät erkennbar!  Auch hier: Daumen hoch!

Verbesserungen würde ich mir bei den Tasten wünschen. Der Druckpunkt könnte hier präziser spürbar sein! Und leider fehlt auch eine Beleuchtung des Teststreifen Einschubes! Ich habe versucht, in der Nacht meinen BZ zu messen und habe den Teststreifen mehr erfühlt, als gesehen. Deswegen hier: Daumen nach unten.

Fazit: Ein schickes, hochwertig wirkendes Gerät in ansprechender Größe und coolem Design. Die Teststreifen sind ungewohnt groß. Man kann zuschauen, wie das Blut hineingesaugt wird und sosicherstellen, dass genug Blut am Streifen ist.

Ich habe das Unio immer dabei – beim Radfahren passt es in die Satteltasche und auch in die Innentasche des Sakkos.

Wer mit den kleinen „Kinderkrankheiten“ des Gerätes leben kann, für den ist das Unio sicher eine coole Sache!

 

ypsopump

#mylifeDN – Was kann die neue YpsoPump?

Auf Einladung der Firma Ypsomed war ich am Wochenende vom 3.-5- Oktober 2014
in der Toskana um mich mit anderen Bloggern und Mitarbeitern der Firma
Ypsomed zum Erfahrungstausch zu treffen.
Leider konnte ich ja aufgrund eines Trainingscamps im Februar beim ersten
Zusammentreffen nicht mit dabei sein. Umso mehr habe ich mich darauf gefreut,
dieses Mal mit von der Partie zu sein.

Bevor ich auf die Besonderheiten der Ypsopump eingehe, möchte ich zuerst
etwas loswerden:
Ich finde es wirklich bemerkenswert, dass eine Firma, die ein Produkt, wie
in diesem Falle eine Insulinpumpe, auf den Markt bringen möchte, sich
Feedback von den zukünftigen Benutzern holt.
Einen Prototypen bzw. ein Produkt, das erst in ein paar Monaten am Markt
sein wird in die Hand von Bloggern zu geben und diese darüber schreiben zu
lassen birgt ja zweifelsohne auch ein gewisses Risiko.
Ypsomed geht hier aber einen völlig neuen, wirklich bemerkenswerten Weg:
Völlig offen für Verbesserungen und Input konnten wir mit dem zuständigen
Produktmanager über Funktionen, die Menüführung und andere Verbesserungen,
die wir uns wünschen würden, diskutieren.

Ich finde das auch sehr intelligent, denn man könnte es sich ja auch leicht
machen und den Diabetikern einfach eine Pumpe vorsetzen und sich „Vogel
friss oder stirb!“ denken. Ob so die Kundenzufriedenheit langfristig stimmen
wird, kann sich jeder selbst beantworten. Und so konnten seit dem ersten
Treffen im Februar einige Verbesserungen bereits erfolgreich umgesetzt
werden.

So, nun aber zu Produkt, der YPSOPUMP an sich:

Vom Design her gefällt sie mir sehr gut. Sie ist sehr klein, schwarz und hat
einen coolen Touchscreen. Sie ist echt stylisch und man muss zwei mal
hinschauen um zu sehen, dass es sich um eine Insulinpumpe handelt.
Für die Ypsopump wird es vorgefüllte Ampullen geben. Der Ampullentausch wird
ruckzuck erledigt sein! Welches Insulin bzw. von welchen Hersteller dieses
kommen wird, wollte man uns leider noch nicht verraten… Aber wirklich
viele Möglichkeiten gibt es da ja eh nicht…

Von der Funktionen her hat sich Ypsomed bei der Ypsopump auf das Wesentliche
konzentriert. Kein Firlefanz, dafür sind die Basisfunktionen wie zB. der
kombinierte Bolus und das Design des Menüs und der Icons aus meiner Sicht
wirklich gut gelungen und selbsterklärend. Aktuell fehlt zwar noch ein
Bolusrechner, dieser soll aber später über eine App nachgereicht werden. Den
die Ypsopump hat Bluetooth eingebaut und wird die Daten in Zukunft an ein
Mobiltelefon übertragen können. Wirklich cool wäre dann natürlich noch eine
Cloud-Lösung… Aber das ist eine andere Geschichte! 😉

Aus meiner Sicht wird diese Pumpe vor allem für die Erstversorgung von
Patienten interessant sein. Aber auch „alte Pumpenhasen“ die einfach ein
stylisches Ding am Gürtel tragen wollen, kann ich mir mit der Ypsopump gut
vorstellen, ebenso wie Kinder und Jugendliche und eventuell sogar Typ II
Diabetiker.

Für Kinder und Jugendliche spricht auch der 360° drehbare Orbit-Katheter der Ypsopump. Da es ja bei Kindern auch mal ein bisschen wilder zugeht,
denke ich, dass dieser frei drehbare Katheter sicher gerne angenommen wird!

Fazit:

Die Schweizer sind hier wirklich auf einen guten Weg und ich bin
gespannt, wie sich die Ypsopump auf dem Markt etabliert. Bitte macht so
weiter!
Die Markteinführung ist für 2015 geplant.

Nebenbei haben wir auch noch einige interessante Informationen bekommen, auf
was bei der Einführung eines solchen Produktes alles geachtet werden muss.
Als Enduser hält man ja nicht für möglich, was da alles zu beachten ist. Vom
Entwurf, den ersten Prototypen, der Software,  Usability-Studien, dem Berück-sichtigen verschieder Bedürfnisse der unterschiedlichen Märkte, der Fertigung bis hin zur fertigen, marktreifen Pumpe, ist es ein weiter Weg.

Die Mitarbeiter von Ypsomed gehen diesen Weg aber bravourös. Bei Euch
hat man nicht das Gefühl „nur Patient oder Kunde“, sondern ein Partner zu
sein, der mithilft, dass die zukünftigen User ein rundes Produkt bekommen,
das fit für den Alltag eines Diabetikers ist.
„Made by Diabetics for Diabetics“, sozusagen.
Denn kein Auto, Handy oder Tablet kommt über die Jahre an die
Betriebsstunden einer Insulinpumpe heran. Diese läuft ja 24 Stunden, 7 Tage
pro Woche.

Ich würde mir wünschen, dass mehr Firmen diesen offenen Weg gehen und uns
mit ins Boot holen.

Danke Ypsomed für diese Chance!

Infos: Mylife Diabetes Care

Tadellose, kabellose Erfahrungen…

… mit der OmniPod Insulinpumpe.

Am 16. Mai, als der Postbote ein großes Paket von der Firma Ypsomed abgegeben hat, fing für mich ein völlig neuer Abschnitt in meinem Leben als Diabetiker an.

Aber wie ist es mir seit damals ergangen? Wie hat sich mein Diabetes
entwickelt und wie ist das tägliche Leben mit der OmniPod – Insulinpumpe?

Der entscheidendste Vorteil für mich ist ganz klar: Der PDM (= der Bedienteil der Pumpe) und das BZ-Messgerät ist ein und das selbe Gerät. Das hatte zur Folge, dass sich die Anzahl meiner BZ Messungen drastisch erhöht hat.

Wenn ich heute einen Bolus spritze, verwende ich gerne den Bolusvorschlag des PDM. Dafür ist aber ein aktueller Messwert notwendig. Und wenn ich das Gerät schon in der Hand habe, liegt es nahe, auch gleich den BZ zu messen.
Habe ich vorher im Schnitt 4-6x täglich gemessen, so messe ich heute bis zu 10x und öfter meinen Blutzucker.
Das hat wiederum zur Folge, dass meine Hypos praktisch auf Null gesunken sind und sich mein HbA1c bei 6,5% eingependelt hat.
Eine Bolusabgabe ohne messen kommt praktisch nicht mehr vor.

Ein weiterer großer Vorteil dieser Pumpe ist in meinen Augen aber die Bewegungs-freiheit. Viele Katether-Pumpenträger werden es vielleicht kennen: Es passiert immer mal, dass man irgendwie mit dem Katheter hängen bleibt.
Ein anderer Nachteil einer Pumpe mit Kabel ist das leidige „Klothema“: Wohin
mit der Pumpe am Häusel? 😉 Als leidenschaftlicher Zeitungsleser am Thron habe ich nun endlich für meine Lektüre beide Hände frei.
Beim Sport, speziell beim laufen, muss ich nun keine lästige und relativ schwere Pumpe am Gürtel oder mittels Gurt um den Bauch tragen. Das ist einfach super angenehm!
Beim Radfahren verheddere ich mich nicht mehr mit dem Kabel, wenn ich unterwegs den Rucksack abnehme und mit dem Bauchgurt des Rucksacks auch gleich die Pumpe mit abstreife…

Meine größte Sorge war die Haltbarkeit der Klebepumpe: Wie wird sie im Sommer bei starker Schweißbildung halten?
Nach 8000 Radkilometern, darunter auch einem 200km Radrennen in Salzburg kann ich sagen: Bombenfest.
Mein Trick, den Pod zusätzlich mit Peha-Haft zu umwickeln um die Klebestelle vor Schweiß und das Insulin vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen, scheint unter den Patchpumpenträgern sowieso schon ein alter Hut zu sein!

Die Anzeige „Pod-Ende“ am PDM ist ebenfalls super: Sie macht eine genaue Planung möglich, wann der nächste Podwechsel ansteht. Ein Feature, auf das man sich voll und ganz verlassen kann.
Vorteil: Ich vor der OmniPod ein sehr schlampiger Katheter-Wechsler: Jetzt MUSS ich, was natürlich ein großer Vorteil für die Absorption des Insulins ist, denn in „frischem“ Gewebe funktioniert das einfach besser.

Warum sich meine Basalrate seit Mai um 15% reduziert hat, kann ich allerdings nicht genau sagen. Entweder ist es der Sport oder die ständig wechselnde Einstichstelle des Pods!? Oder beides?! Ich weiß es nicht.

Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, seine Werte der letzten Tage gleich am PDM auszuwerten. Musste ich damals immer aus 2 verschiedenen Systemen die Werte in den PC überspielen, habe ich heute in einem Datensatz Blutzuckerwerte und die dazugehörigen Insulineinheiten. Perfekt.

In den nun fast 6 kabellosen Monaten bin ich also nach wie vor von der mylife OmniPod Pumpe begeistert.
Es ist für mich nicht zuletzt auch ein tolles System, weil es meine „Schwachstelle“ nämlich die BZ-Messungen „erzwingt“, ohne dabei lästig zu sein.
Für sportlich aktive Diabetiker finde ich, gibt es fast keine bessere Pumpe!

Wer´s mir nicht glaubt, soll sie einfach ausprobieren!